szmmctag

  • Bevor ich mit den Wölfen heule

    Mannmannmann, die letzten Tage war der Wahnsinn ausgebrochen.

    Trotz Krankheit meinerseits und demzufolge auch meiner Abwesenheit, bestand ein Teil des Vereins darauf, dass ich einen Artikel schreibe. Über eine dritte Person sind mir dann Informationen zugekommen, die ich hätte veröffenltichen sollen.
    Schon da habe ich mich gefragt, ob es in diesem Verein keine weiteren Personen gibt, die lesen oder schreiben können. Mein Verdacht erhärtet sich zusehens.

    Nun denn: Nach bestem Wissen und Gewissen habe ich aus dem mir zugesandten Text einen gemacht, der man veröffentlichen kann. Grammatik und Rechtschreibung korrigiert und inhaltlich das Ding verständlich gegliedert.

    So. Beide Personen, die wir zwischengeschaltet worden sind, haben flasch verstanden, was hätte veröffentlicht werden sollen. Hm...nach unzähligen Gesprächen ist es mir noch immer nicht schlüssig, worum es denn WIRKLICH gehen sollte. Fakt ist: Der Verein steht Kopf.

    Wegen einer Spende von 100 Euro (und die Redaktion hätte wegen dieser Peanuts nur wegen mir einer Veröffentlichung zugestimmt), ist Krieg ausgebrochen.

    Das zieht nun solche Kreise, dass Beleidigungen folgen und ich der Lüge bezichtigt werde...

    Ohne die Details zu vertiefen: Ich lebe in einem kleinen Dorf und hier wurden lächerliche 100 Euro gespendet, die eigentlich hätten mehr sein sollen aber die Verantowrtlichen FINDEN den Rest wohl nicht mehr.

    Jeder, der jetzt einen geraden Satz beitragen möchte, darf nun das Bein heben und seinen unverschämten Senf dazu geben.
    Ich kann das das irgendwie verpacken, wobei ich immer noch nicht verstehe, wo genau mir unlautere Absichten unterstellt werden können.
    Die Redaktion langt sich an den Kopf und hat den Ordner zugeklappt.

    Mann und Kinder leiden unter Repressalien. Und da hört der Spaß auf. Wenn die Hexenjagd auf Mann und Kinder übergreift, ist es vielleicht Zeit, rechtliche Schritte einzuleiten.

    Der Familienrat hat gestern eine Entscheidung getroffen und nun lassen wir die Dinge mal geschehen. Man(n) darf gespannt sein.

    Dass sich hier nach und nach die Menschenstimmen einfinden, die die Ursprungsperson der Hetze an den Pranger stellen, deren Schweigen einfordern und noch weitere Geschichten ans Tageslicht fördern, bringt hier zwar etwas Struktur ins Chaos, macht die Sache jedoch nicht besser.

    Fakt ist: So eine getroffene Entscheidung befreit, bringt ungeheuren Zuspruch von anderer Seite und macht sowas von Lust auf das,was kommt.

    http://www.youtube.com/watch?v=Tm3KQMQP0hA

  • Überraschungsei für Erwachsene

    Wie gaaaanz viele andere Menschen ind iesem Land habe ich mich von einer Sendung eines Privatsenders anstiften lassen, bei einer Hamburger Firma eine Gourmet-Box zu bestellen.

    Heute ist das Schnuckelchen bei uns eingetroffen.

    Was für eine Freude!! In liebevoller Verpackung darf man wühlen und sich über kleine aber SEHR feine Leckereien freuen. Das war heute eine Mischung aus Überraschungsei und ein klitzekleines Bisschen Weihnachten.
    Einen Großteil der belgischen Haselnuss-Trüffel sind schon verputzt, genauso wie das scharfe Shortbread. Meine Herren!

    Da freuen wir uns jetzt schon auf die nächste Box....

    Und heute Abend, wenn die Mäuslein selig schlafen, werd ich vor dem Kamin an den Gatten kuscheln ( wenn er nicht gerade unzählige Leonard-Cohen-CDs für Muttern brennen muss....) und einen leckeren alkoholfreien, englischen Beerenpunsch trinken.

    Manchmal muss man sich was gönnen.
    Frau auch.

    Der Tag ist allgemein gut heute. Das erste Diktat der Mäuse ging fehlerfrei über die Bühne. Okay, ein Fragezeichen wurde verkehrt herum gesetzt....was soll`s.
    Jetzt brutzeln im Backofen Hähnchenteile in feiner Marinade, die wir uns gleich einverleiben werden. Dazu eine sehr leckere Soße aus der Gourmetbox...

    Im Moment sitzen alle restlichen Mitglieder meiner Familie auf dem Sofa aneinander gekuschelt und lesen ich gegenseitig Harry Potter vor.
    Der Biobauer hat soeben seine Kiste mit Birnen, Wirsing, Rosenkohl und Feldsalat auf die Haustreppe gestellt und wir genießen die restlichen Stunden, was wir sind und was wir haben...

    Isses nicht schön??

  • Nichtigkeiten und Wahnsinn

    Seit geraumer Zeit bemerke ich, dass ich mich über Dinge echauffiere, die mir früher vermutlich nicht einmal aufgefallen wären.
    Heute war es besonders schlimm.
    Nachdem ich Muttern in den Zug zu ihrem Liebsten gesetzt hatte, wollte ich die Gelegenheit nutzen, in der "großen Stadt" meine Einkäufe zu tätigen. Ich habs genossen. Mehr Menschen, größere Läden, mehr Auswahl und dazwischen eine Latte Macchiato (schreibt man die so?) im ehemaligen Lieblingslokal.

    Aber dann: Nichts ahnend will ich mir den Einkaufswagen holen, um im Discounter meiner Wahl noch schnell ein paar Kleinigkeiten zu holen und dann trifft es mich wie ein Schlag: Die beschissenen Kassenzettel in den Einkaufswägen von diesen beschissenen Asis,die immer alles liegen lassen, wo sie gerade gehen und stehen. Im Dorf ärgere ich mich ja schon immer darüber aber in der Stadt heute gab es keinen einzigen Wagen ohne Müll darin.

    Machen diese Leute das mit anderen Dingen auch so? Pinkeln sie etwa auch überall hin, lassen ihren Müll überall liegen oder werfen ihre Wäsche weg?

    Ich hab mich sowas von aufgeregt.

    Kassenzettel!!!!

    Meine kommen in die Einkaufstüte und werden ab und an mal mit dem Haushaltsprogramm verglichen oder wandern daheim eben in den Müll aber ich lasse sie nicht im Wagen liegen.

    Es mag für den normalen Menschen vielleicht befremdlich sein, dass ich mich über Kassenzettel in Einkaufswagen aufrege aber ICH finde, dass das mal dringend gesagt werden musste.
    Jawoll!

  • Fellexplosion und Herbstzauber

    War es im letzten oder im vorletzten Jahr, dass es im Oktober so schneite, dass meine Kiefer im Garten in die Knie ging? Wann auch immer es war, es war Winter. Im Grunde war ich nicht böse, dass der letzte Winter so milde war; im Gegenteil: Die Heizkosten fielen günstig aus, das Holz hielt lange und meine Bereitschaft zur Dauererkältung hielt sich ebenfalls in Grenzen. Die großen grellen Arschflitzer allerdings, welche ich im November gekauft hatte, mussten den Winter auf dem Dachboden der Garage wohnen bleiben und sahen kein einziges Mal Tageslicht.
    Was mache ich nur, wenn das in diesem Jahr auch der Fall sein sollte? Was mache ich, wenn dieses Mal wieder kein Schneemann in unserem Garten steht, was, wenn wir wieder nicht rodeln können?
    Gut, die Österreicher und die Schweizer sind nicht weit....aber es wäre doch schön, wieder hier vor der Haustüre mit dem Schlitten losziehen zu können und nach zwei Stunden verfroren, durchnässt und mit roten Wangen nach Hause zu kommen, sich vor den Kamin zu knallen und heiße Schokolade zu trinken.

    Fakt ist, dass beide Katzen binnen weniger Tage ihr Fell vervierfacht haben. So, wie Frieder aussieht, liegt morgen ein Meter Schnee. Möhre sieht aus wie ein vergessener Flokati aus den Siebzigern und riecht leider auch so, wenn er draußen aus der feuchten Witterung nach Hause kommt.

    Dennoch kann ich mich des Zaubers nicht erwehren. Es birgt eine Gemütlichkeit diese Zeit. Draußen ist es eklig; keiner will raus, nicht mal der Hund. Hier drinnen riecht es nach den Apfelringen, die wir über dem Ofen aufhängen; es ist warm, behaglich, Kerzen brennen, leise Musik läuft und- obwohl ich noch immer nicht reden kann- fühle ich mich wohl.

    Meine Burg steht so felsenfest um mich gebaut, dass ich mich mittlerweile wieder über die Zinnen beugen kann, das Land begutachten kann, welches mich umgibt, um mich- bei drohender Gefahr- wieder komplett zurückziehen zu können. Auch den Burggraben habe ich überquert, auf mancherorts wackeigen Beinen und habe Menschen kennen gelernt, die mein Leben bereichern; auf vielfältige Weise. Dann und wann durfte ich mich selbst daran erinnern, dass ich selbst ein Brücken- und Burgenbauer bin, der Architekt meines Lebens, meiner Gedanken und Gefühle....und diese Erkenntnis ist eine wunderbare.
    Tja, da sitze ich dann am Abend vor dem warmen Ofen, habe den Apfelringduft in der Nase, weiß um die schlafenden Kinder in ihren kuscheligen Betten, genieße die Umarmung eines liebevollen und aufmerksamen Mannes und weiß, dass ich selbst großen Anteil an dieser Idylle trage.

    Cool.

  • Klappe halten

    Jetzt ist es also amtlich und vom Doc bestätigt: Eine Woche Klappe halten. Dass der Spott der männlichen Wesen um mich herum nicht ausbleibt, war vorauszusehen. Einzig der eigene Mann bemüht sich, den Dolmetscher zwischen mir und der Welt außerhalb meiner Stille zu spielen. Ich muss gestehen, dass es ihm noch nicht so gut gelingt und so muss ich nach wie vor den Mäusen Rede und Antwort stehen und sei es bei Kleinigkeiten wie: Nein, du radierst diese Buchstaben nochmal weg. Und JA, wir machen das alles neu.... Der normale Alltagswahnsinn.

    Nachher werde ich noch an den dann nächtlich ruhenden Ort meines Broterwerbs gehen, um dort den Kollegen wenigstens Hilfestellungen zu basteln, die für mich einspringen. Ich bin ja nicht bettlägerig. Ich bin nur stumm.#

    Tja und am Abend werde ich mich mit vielen Kissen, Wärmflaschen und Halstüchern vor den Ofen legen, in dem schon seit einer Stunde ein Feuerchen lodert, mir das neue Album von pink anhören, die jetzt gar nicht mehr so heißt, dafür aber wunderschön klingt, mich von den mittlerweile wieder völlig verplüschten Katzen umschmusen lassen und mich mehr oder weniger freudig darauf einstellen, dass der Winter nun einkehrt.

    Der Mann hat heute den letzten Rest des Heckenschnitts beiseite gefegt und weggefahren, das ganze Laub sammelt sich auch auf einem großen Haufen und mit den paar Äpfeln, die da noch liegen, werden sich all die kleinen Igelchen ein kleines Erntedankfest gönnen können.

    Die ersten Lebkuchen sind schon verspeist. Jepp und entgegen der allgemeinen Meinung finde ich, dass nur die Lebkuchen im September oder Oktober richtig gut schmecken, weil sie den Gaumen wieder wachkitzeln und darauf einstellen, welche Aromen in den kommenden Wochen auf ihn warten. Gerade das Sommerkind in mir gibt sich versöhnlich, wenn nebst Kälte und Dunkelheit eben diese Gemütlichkeiten mit den entsprechenden Gewürzen aufwarten. Da darf der Sommer dann gehen. Es ist dann gut.

    Für mich heute auch.
    Morgen wartet wieder....

    ...ein Tag des Schweigens.

    In diesem Sinne:

    xxxxx

  • Wenn die Stille zum Zwang wird

    Seit acht Tagen bin ich stumm. Und wenn ich es nicht bin, dann hör ich mich an, als ob ich für einen Sychronwettbewerb für Bonnie Tylor trainiere. Salbei-Tee, die einschlägigen Moos-Pastillen aus der Apotheke, Halswickel und Klappehalten....all das hat sich bislang nicht wirklich bewährt.

    Übermorgen geht die Arbeit wieder los. Und dann? Alle sagen, ich soll einfach so lange still sein, bis es wieder geht. Wie bitte soll das denn funktionieren? 25 Halbwüchsige mit Gebärdensprache bändigen? Naja...man verzeihe mir gewisse Bedenken.
    Dann kommt der Mann heute nach Hause und bringt mir Horrrstorys von Knoten auf den Stimmbändern, die man abschleifen musste. Gütiger....

    Fakt ist, dass ich mir mit Mann und kIndern heute noch einen ganz entspannten Herbstsonntag mache. MEINE Halblinge reagieren nämlich bereits auf Gebärden, wenn auch nur halbherzig.
    Ich freue mich dennoch drauf. Morgen gehe ich nochmal zum DOC und frage den, was ich machen soll.

    Ich sehe mich ja schon da sitzen und Schilder basteln, die ich im Job hochhalten muss....

    Auweia.

  • Lebenszeichen und Herbstgedanken

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    Nicht, dass irgendwer auf die Idee käme, ich würde nur schreiben, wenn ich krank bin. Jedoch liegt der Verdacht derzeit recht nahe. Die Kinder haben den einen oder anderen Virus mit nach Hause gebracht, der von den Großmüttern zuerst angebrütet und dann in vollem, ausgereiftem Zustand an den Mann und mich weiter gegeben wurde.
    Das Immunsystem des Mannes ist wesenltich besser als meines, was unfair ist, denn seit dem Spätsommer schlucke ich Zink mit allen möglichen Vitaminen, fahre weiterhin Fahrrad und das sogar ohne Mütze und Handschuhe (was ich vielleicht besser unterlassen hätte....), um mich abzuhärten.
    Egal, während der Mann vorgestern schon fleißig der Hecke die Winterfrisur verpassen durfte, hatte ich noch Hausarrest. Den allerdings konnte ich nutzen. Feststellung: Wenn die Zwerge sich bei den Tanten befinden, muss ich nicht einmal jeden Tag staubsaugen. Es liegt folglich werder am Mann (den ich schon viel zu oft in Verdacht hatte), noch an den Tieren. Es liegt also tatsächlich an den Zwergen. Drei Tage Sauberkeit sind aber genug. Ich sitze hier und warte darauf, dass das mir wohl vertraute Geräusch des Motors im Hof erklingt und ich meine Mannschaft wohlbehalten in die Arme schließen kann.
    Ich werde eine ausgezeichnete Zuhörerin sein, denn immerhin kriege ich noch nicht den klitzekleinsten Ton raus. Ein Pfeifen allemal. Natürlich bleiben die Witze nicht aus und das freundschaftliche Schulterklopfen für den Mann, der ja endlich seine Ruhe hat....hahaha.

    Wie kriege ich nun einen Rückblick hin, der alles umfasst, was mir auf der Seele liegt?

    Vermutlich mit einem Beispiel:

    Wenn ich vor einem Jahr noch vom Lottogewinn träumte, dann fielen mir so viele Sachen ein: Ein neues, großes Haus, eine vollbeschäftigte Haushaltshilfe, eine M-Klasse, ein VW-Bus, mehr Tiere.....

    Heute komme ich ins Grübeln:

    Würde ich unser kleines Häuschen, in dem so viel Liebe steckt und wohnt, eintauschen? Den Garten, der so viel Unkraut birgt und doch so viel Charakter, Lebendigkeit und Liebenswürdigkeit? Würde ich all die Arbeiten hier von einer fremden Person erledigen lassen?

    Natürlich sind Wünsche offen, vor allem dann, wenn ich mir im viel zu kleinen Badezimmer wieder einmal den Kopf an der dämlichen Dachgaube anstoße....aber tauschen?
    Zu den Kindern sagen wir immer, dass in diesem Haus die Liebe wohnt und das tut sie in der Tat. Weil WIR darin wohnen. Hier wird gestritten, was das Zeug hält aber eben auch gelacht und geliebt und gelebt. Wenn wir im Garten gearbeitet haben, machen wir am Abend noch immer ein Feuer und setzen uns eingekuschelt hin, essen Stockbrot oder Bratäpfel, erzählen uns Geschichten. Wir ernten unsere Äpfel, machen Saft und Kuchen daraus, backen gemeinsam Brot und kochen den Kürbis ein. Wir bringen den Kindern bei, mit den Jahreszeiten zu leben und sind auch dabei, wesentlich bewusster als früher zu leben.
    Seit die Mäuse die Schule besuchen, haben wir andere Tagesrhythmen und diese tun gut. Sie verbinden uns noch mehr, erden noch mehr.
    Wir sind geerdet.

    ICH bin geerdet. Was nun wirklich Jahre dauerte, hat hier sein gutes Ende genommen.

    Noch vor zwei Jahren habe ich so sehr in der Vergangenheit gelebt, dass ich das Glück, weches direkt vor meiner Nase lag, nicht wahrnehmen konnte. Heute kann ich es.

    Und darum stehen jetzt gerade auf dem Tisch frischer Napfkuchen und Schokoladenmuffins (einer sicherlich so kalorienreich wie das Bruttosozialprodukt von Mexico), gleich werde ich Tee und heiße Schokolade machen und dann wie ein Tiger vor dem Fenster auf und ab gehen, in freudiger Erwartung, das Epizentrum meines Glücks und meiner Zufriedenheit in die Arme schließen zu können.

  • Sommersehnsucht und Magen krank

    Schüttelfrost, Fieber....

    Das ganze Programm.

    Und ich?

    Ich mittendrin mit einer Kiste voller Energie und Sehnsucht nach dem Sommer.

    Na Prima.

  • Mein Gartenprojekt

    Mit dem eigenen Haus haben wir uns vor nun schon fünf Jahren einen Garten miteingekauft. Um eben jenen habe ich mich zunächst gar nicht so gekümmert. Da wuchs alles wild und kunterbunt und genau das durfte dieser Garten noch genau ein Jahr tun. Dann kam Cousin N. mit seinem großen Bagger vorbei und sorgte für strahlende Augen beim Mann. Ursprünglich waren wir davon ausgegangen, dass N. mit einem kleinen "haushaltsüblichen Bagger" vorbei kommen würde; umso mehr überraschte uns der große Radlader vor der Türe. An einem Tag wurde alles platt gemacht. Es tat mir im Herzen weh, die drei Obstbäume zu fällen, die da mitten in der Gegen gewachsen waren, aber es war uns allen klar, dass etwas geschehen muss, wenn wir diesen Garten jemals nutzen wollen. Immerhin konnten wir den Hibiskus retten, der wächst jetzt einfach an anderer Stelle weiter. Nachtragend war er nicht.
    Den restlichen Wildwuchs haben wir lediglich zurück geschnitten und abschließend Rasen gesäht. Jetzt haben wir einen hübschen Kinderspielplatz auf der einen Seite, der von wunderbaren Blumen und Pflanzensträuchern eingewachsen ist, eine kleine Grillstelle und eine fast täglich benutzte Terrasse mit gut belebtem Teich.
    Auf der anderen Seite des Hauses waren Gemüsebeete, die wir natürlich auch erst mal platt gemacht haben. Irgendwie fühlte ich mich damals noch zu jung für den heimischen Gemüseanbau.
    Also wucherte dort erst mal eine von mir völlig übersähte Blumenwiese. Einzig die Ringelblumen, auf die ich mich besonders gefreut hatte, wollten nciht so recht.

    Mit der Zeit bemerkte ich, dass in meinem Garten plötzlich Dinge wuchsen, die zuvor nicht da waren oder eben an einer Stelle, an der sie niemals hätten wachsen sollen.
    D A S hat dafür gesorgt, dass ich mich in meinen Garten verliebte. Dieses eigenwillige Leben, diese unkontrollierbare Natur und die vielen Überraschungen haben mich täglich aufs Neue staunen lassen.

    Tja und da ich ja auch älter geworden bin, habe ich mich in Richtung Gemüseanbau bewegt.

    Völlig planlos habe ich die Blumenwiese vom Mann einebnen und umfräsen lassen. Steine und Unkraut jäten? Quatsch! Ich habe sogleich angefangen, alles Mögliche zu pflanzen, wurde aber von Schnecken, Raupen und merkwürdigen Witterungsverhältnissen eines Besseren belehrt.

    Ich habe einen Salat geerntet, drei Kohlrabi, eine rote Beete und eine Handvoll Mangold. Und wenn ich die Samen, bzw. die Setzlinge rechne, war das preisling eine Deluxe-Gemüse.

    Bei genauerer Betrachtung musste ich aber fest stellen, dass Hecke und Bäume in der Nachbarschaft dem Boden vermutlich ziemlich alles abgenommen hatten, was er an Nähstoffen zu bieten hatte.

    Diese Tatasche habe ich einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht.

    Da ich meine Kinder samstags immer in die städtische Bibliothek bringe, um sich dort von einer Vorlese-Oma beglücken zu lassen, habe ich den Winter über dort in Fachbüchern, Zeitschriften und Ratgebern geschmökert und mich halbwegs fachkundig gemacht.

    Tja....und was soll ich sagen:

    Es ist soweit. Vieles ist schon fertig und manches steht in den Startlöchern.

    Das brach liegende Gemüsebeet habe ich schlichtweg mit dick Zeitungspapier zugedeckt, Hochbeete drauf, die ordnungsgemäß befüllt und das ganze Arreal vom Mann (Ich danke dir so sehr!!) mit Hackschnitzeln abdecken lassen.

    Und ich finde, dass sich das Ganze schon recht gut sehen lassen kann.

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    Am Rand dürfen jetzt noch Heidelbeeren und Stachelbeeren wachsen und die vorderen Beete werden bald restlich mit Erde aufgefüllt und mit Gurken, Zucchini und Tomaten bepflanzt.

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    Hier wachsen in völligem Chaos: Radieschen, Rettiche, Kapuzienerkresse und Karotten. Hier bedanke ich mich ganz herzlich bei meinem Kater Möhre, der aus meinem Hochbeet ein Suchbeet gemacht hat......

    Dafür herrscht im nächsten Beet mehr Ordnung: Erdbeeren und ein bisschen Salat.

    DSC02152 ....und Kohlrabi.

    Irgendwo sind jetzt noch Buschbohnen versteckt und der Rest des ganzen Gemüses trollt sich noch im Anzuchtbehälter auf der Fensterbank.

    Der Kräutergarten ist auch erweitert worden und bietet jetzt immerhin 15 verschiedene Kräuter an. Eine Pracht:

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    Und da Mama eine so begeisterte Gärtnerin geworden ist, wollen die Kinder auch.

    Es ist eben doch keine Frage des Alters.....

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    Und nun gehe ich das Projekt Blumengarten an. Ein Sonnen- und ein Schatten-Staudenbeet sind schon angelegt. Aber da wird es erst im nächsten Jahr bIlder geben. Wenn man das Unkraut nicht mehr dazwischen sieht.

    ;)

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  • Es sind die kleinen Dinge

    Ja, ich weiß; nun sind es schon einige Monate, die ich mich hier nicht mehr habe sehen lassen. Die Lust am Schreiben habe ich anderweitig kompensiert.
    In jüngster Zeit allerdings sind mir immer wieder Momente in den Schoß gefallen, die mich daran erinnert haben, dass es dieses Zimmer hier noch gibt. Und ich finde, es ist Zeit für einen neuen Anstrich. Das Leben bleibt schließlich nicht stehen.

    Was ist alles passiert?
    Nichts Großes und doch so unendlich viel.
    Die Kinder sind schon so groß! Der Osterhase hat tasächlich Schulranzen gebracht, dabei sind die beiden doch erst auf die Welt gekommen. Zwerg I hat sich mal wieder einen Armbruch angetan; der gips ist aber schon wieder weg.

    Haus und Garten werden tagtäglich hübscher. Der Hof ist gemacht, die Beete bepflanzt; eine neue Katze ist eigezogen und von den 17 Goldfischen haben sich 12 über den Winter verabschiedet. Ob sie ausgewandert sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen; jedenfalls habe ich nur drei Kadaver im teich gefunden.

    Der Gartenzaun hat einen hellgrauen Anstrich bekommen und alles gleicht einem Artikel aus einer dieser Landliebezeitschriften.
    Und ich?

    Ich bin mittendrin in diesem Idyll und schaffe es in der Tat ab und an die Luft anzuhalten, einen Gang herunter zu schalten und mir gewahr zu werden, wie und wo ich mein Leben verbringen darf.
    Gut, der Job hat mal wieder die eine oder andere Herausforderung für mich parat aber dafür hat mir meine persönliche Kräuterhexe Weihrauchkapseln gegeben, die mich zur Lässigkeit bewegen. Und außerdem setzt das Leben außerhalb des Broterwerbs ein solches Gewicht auf die Wippe, dass das Ding am Boden bleibt. Es ist so einfach.

    Rückblickend war ich ja stets am Jammern, dass man mich meiner Wurzeln beraubt hatte und dass mir Unrecht geschah.
    Bei Lichte betrachtet, kann ich fest stellen, dass mir Wurzeln gewachsen sind. Feste und wohlige Wurzeln, die mir den Halt geben, den ich so lange vermisst habe.
    Das Wunderbare an dieser Erkenntnis ist, dass es diese Winzigkeiten im Alltag sind, die mich haben verwurzeln lassen.

    Das frisch gebackene Brot und der Duft im Haus, das Kind, welches am Morgen zu mir unter die Decke kriecht, der Mann, der mir kurz und zwischendurch eine Liebeserklärung macht, die kleinen Tomatenpflanzen, die endlich sprießen, Telefonate mit wunderbaren Frauen, Kaffeetrinken auf dem Spielplatz, nächtliche Plauschereien mit den Nachbarn am Gartenzaun, eine ordentlich aufgeräumte Garage, Ostereierfärben mit den Kindern, regionalem Brauchtum nachgehen und bei Palmprozessionen mitgehen, den Kindern anschließend Palmringe backen, Radiesschen züchten, stundenlanges Ratschen auf dem Markt, ein Schläfchen in der Hängematte und das Basteln am eigenen Traum (den verrate ich aber noch nicht).

    All das macht mich fest stehend, gibt mir das Rückgrat, welches ich brauche.

    Und: Ich bin dankbar. Unendlich dankbar.

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