szmmctag

  • Die Cholerafahne

    hängt seit gestern vor unserem Haus.

    Was zunächst von uns belächelt wurde als Nervosität vor dem Nikolaus, entpuppte sich binnen weniger Minuten zu einem handfesten Virus. Was habe ich Abbitte geleistet, als ich nachts die kleine Hand gehalten habe oder weggewischt habe, was so aus dem Kind heraus kam. Der Mann war ganz ritterlich und hat die meiste Putzarbeit übernommen.

    Der Geburtstag lief soweit gut über die Bühne. Nach Schaulaufen und Frühstückszickereien seitens meiner angeheirateten Verwandtschaft, war der Tag entspannt und glücklich, endete aber jäh, weil ich mein Zelt auf dem Badezimmerbiden aufschlagen musste.In dem Augenblick, in dem ich mir sicher war, das Leiden Christi überholt zu haben, kommt Zwerg zwo zu mir und sagt, dass es alles vollgespuckt hätte.
    "Geh zu Papa!"; mehr war aus mir Rabenmutter nicht mehr raus zu bekommen.
    Nach einer Nacht im Badezimmer, habe ich mich in den Morgenstunden mit meiner Galle unterhalten und wir beide haben beschlossen, dass wir die weiße Fahne hissen. Wo nix mehr drin ist, kann nix mehr rauskommen...
    Zurück im Bett, kam dann der Schwindel, die kopfschmerzen und das Fieber. Das Erdgeschoss habe ich gestern nur einmal ganz kurz betreten; ansonsten lag ich im Bett. Zwer ein war übrigens wieder fit und in der Schule, während Zwerg zwo den Tag auf dem Sofa mit Karlson vom Dach verbrachte.

    Ich war so guter Hoffnung, dass sich dieser kleine fiese Drecksack von Virus auch schnell wieder trollt und war auch fest der Überzeugung heute zur Arbeit zu können. Trugschluss. Bäh.

    Hinzu kam, dass das Leiden Christi einen Bruder bekommen hatte: Der Mann hatte den Badezimmerboden im Erdgeschoss übernommen. Prima.
    Und so wechseln wir uns heute ab: Einer schläft und leidet und der andere kümmert sich um die kInder und leidet auch.
    Ich klopfe mir mal auf die Schulter und sage, dass ich wenigstens noch ein paar Überweisungen getätigt und etwas aufgeräumt habe. In spätestens einer Stunde ist aber meine Tapferkeit wieder beendet, denn ich M U S S morgen zur Arbeit. Da kann kommen, was will; ich muss dieses Weihnachtsgottesdienst vorbereiten. Der Mann kann morgen daheim bleiben. Ich nicht; also muss er wieder aus den Federn und weiter leiden.
    Die Zwerge sitzen über den Hausaufgaben und legen ein meiner Gesundheit angepasstes Tempo an den Tag. Ich fange an zu schwitzen. Gutes Zeichen. Fühlt sich dennoch beschissen an.

    Habe ich eigentlich erwähnt, dass sogar die Katze heute Morgen gekot*t hat?

  • Was freue ich mich!

    ...auf einen Tag der Ruhe; nachdem gestern hier das Bastelinferno ausgebrochen war. Die Fenster sind nun mit eigentümlichen Schneemännern, Sternen und Engeln beklebt...dazwischen Unmengen an Watte, die als Schnee herhalten muss.
    Und heute?

    Der Mann schläft noch....die Kinder sitzen hier lümmelig im Nachthemd, ich gehe gleich zum Bäcker und dann wird heute alles im reduzierten Tempo ablaufen.

    Das Sonntagsmärchen gehört heute ganz und gar mir.

    Aschenbrödel....

    Davor werde ich die Mädchen noch in die Badewanne stecken.

    Heute Nachmittag gehe ich mit den Kleinen Moos sammeln und danach werden wir uns vor dem Kamin einmümmeln, Punsch trinken, die erste Kerze anzünden und ich werde aus Harry Potter vorlesen.

    Am Abend wird die Werbetrommel für den neuen Nebenjob, den ich mir vorgestern habe aufschatzen lassen, gerührt und dann harre ich der Dinge, die da kommen.

    Heute beginnt das Kirchenjahr. Auf ein Neues also.

    Ich wünsche allen einen glücklichen, besinnlichen, ruhigen und entspannten Advent!

  • Entscheidung, die glücklich macht

    Wir sind raus. Kein Vereinsleben mehr, nicht in diesem Dorf. Unerwartet kommt Zuspruch aus allen Lagern und Häme in Richtung derer, die beteiligt waren.
    Wir schauen diesem Schauspiel zu. Von Zeit zu Zeit hebt sich der Vorhang und gewährt uns Einblick in eine Parallelwelt, zu der wir niemals gehören wollten.
    Jetzt, wo alles ausgesprochen, alles geklärt und in die richtigen Bahnen gelenkt wurde, fühlt es sich so an, als wir Teil eines völlig irrealen Theaterstücks waren, welches schlichtweg als skuril zu bezeichnen wäre.

    Und dann habe ich noch eines gelernt: Man sagte mir, ich solle keinen Wert auf die Äußerungen von verbal inkompetenten, parasitären Nebenexisten legen. Welch Wortspiel....

    Es fühlt sich gut an; ich komme zur Ruhe und freue mich auf das, was sich uns anbieten wird.

    Wie gesagt, wir lehnen uns zurück, genießen das Schulterklopfen, die Anrufe, den Zuspruch und wir harren der Dinge, die da kommen.

    Zitat einer Schülerin: Sie sind nicht mehr dabei? Gut so, Frau Holunderlimonade, mein Papa hat gesagt, dass das alle verkorkste Existenzen mit einem massiven Alkoholproblem sind.

    Wenn das die Außenwahrnehmung ist, haben wir ja rechtzeitig alles richtig gemacht.

    In diesem Sinne:
    Ich bekomme gleich Besuch von Freunden.

  • Bevor ich mit den Wölfen heule

    Mannmannmann, die letzten Tage war der Wahnsinn ausgebrochen.

    Trotz Krankheit meinerseits und demzufolge auch meiner Abwesenheit, bestand ein Teil des Vereins darauf, dass ich einen Artikel schreibe. Über eine dritte Person sind mir dann Informationen zugekommen, die ich hätte veröffenltichen sollen.
    Schon da habe ich mich gefragt, ob es in diesem Verein keine weiteren Personen gibt, die lesen oder schreiben können. Mein Verdacht erhärtet sich zusehens.

    Nun denn: Nach bestem Wissen und Gewissen habe ich aus dem mir zugesandten Text einen gemacht, der man veröffentlichen kann. Grammatik und Rechtschreibung korrigiert und inhaltlich das Ding verständlich gegliedert.

    So. Beide Personen, die wir zwischengeschaltet worden sind, haben flasch verstanden, was hätte veröffentlicht werden sollen. Hm...nach unzähligen Gesprächen ist es mir noch immer nicht schlüssig, worum es denn WIRKLICH gehen sollte. Fakt ist: Der Verein steht Kopf.

    Wegen einer Spende von 100 Euro (und die Redaktion hätte wegen dieser Peanuts nur wegen mir einer Veröffentlichung zugestimmt), ist Krieg ausgebrochen.

    Das zieht nun solche Kreise, dass Beleidigungen folgen und ich der Lüge bezichtigt werde...

    Ohne die Details zu vertiefen: Ich lebe in einem kleinen Dorf und hier wurden lächerliche 100 Euro gespendet, die eigentlich hätten mehr sein sollen aber die Verantowrtlichen FINDEN den Rest wohl nicht mehr.

    Jeder, der jetzt einen geraden Satz beitragen möchte, darf nun das Bein heben und seinen unverschämten Senf dazu geben.
    Ich kann das das irgendwie verpacken, wobei ich immer noch nicht verstehe, wo genau mir unlautere Absichten unterstellt werden können.
    Die Redaktion langt sich an den Kopf und hat den Ordner zugeklappt.

    Mann und Kinder leiden unter Repressalien. Und da hört der Spaß auf. Wenn die Hexenjagd auf Mann und Kinder übergreift, ist es vielleicht Zeit, rechtliche Schritte einzuleiten.

    Der Familienrat hat gestern eine Entscheidung getroffen und nun lassen wir die Dinge mal geschehen. Man(n) darf gespannt sein.

    Dass sich hier nach und nach die Menschenstimmen einfinden, die die Ursprungsperson der Hetze an den Pranger stellen, deren Schweigen einfordern und noch weitere Geschichten ans Tageslicht fördern, bringt hier zwar etwas Struktur ins Chaos, macht die Sache jedoch nicht besser.

    Fakt ist: So eine getroffene Entscheidung befreit, bringt ungeheuren Zuspruch von anderer Seite und macht sowas von Lust auf das,was kommt.

    http://www.youtube.com/watch?v=Tm3KQMQP0hA

  • Überraschungsei für Erwachsene

    Wie gaaaanz viele andere Menschen ind iesem Land habe ich mich von einer Sendung eines Privatsenders anstiften lassen, bei einer Hamburger Firma eine Gourmet-Box zu bestellen.

    Heute ist das Schnuckelchen bei uns eingetroffen.

    Was für eine Freude!! In liebevoller Verpackung darf man wühlen und sich über kleine aber SEHR feine Leckereien freuen. Das war heute eine Mischung aus Überraschungsei und ein klitzekleines Bisschen Weihnachten.
    Einen Großteil der belgischen Haselnuss-Trüffel sind schon verputzt, genauso wie das scharfe Shortbread. Meine Herren!

    Da freuen wir uns jetzt schon auf die nächste Box....

    Und heute Abend, wenn die Mäuslein selig schlafen, werd ich vor dem Kamin an den Gatten kuscheln ( wenn er nicht gerade unzählige Leonard-Cohen-CDs für Muttern brennen muss....) und einen leckeren alkoholfreien, englischen Beerenpunsch trinken.

    Manchmal muss man sich was gönnen.
    Frau auch.

    Der Tag ist allgemein gut heute. Das erste Diktat der Mäuse ging fehlerfrei über die Bühne. Okay, ein Fragezeichen wurde verkehrt herum gesetzt....was soll`s.
    Jetzt brutzeln im Backofen Hähnchenteile in feiner Marinade, die wir uns gleich einverleiben werden. Dazu eine sehr leckere Soße aus der Gourmetbox...

    Im Moment sitzen alle restlichen Mitglieder meiner Familie auf dem Sofa aneinander gekuschelt und lesen ich gegenseitig Harry Potter vor.
    Der Biobauer hat soeben seine Kiste mit Birnen, Wirsing, Rosenkohl und Feldsalat auf die Haustreppe gestellt und wir genießen die restlichen Stunden, was wir sind und was wir haben...

    Isses nicht schön??

  • Nichtigkeiten und Wahnsinn

    Seit geraumer Zeit bemerke ich, dass ich mich über Dinge echauffiere, die mir früher vermutlich nicht einmal aufgefallen wären.
    Heute war es besonders schlimm.
    Nachdem ich Muttern in den Zug zu ihrem Liebsten gesetzt hatte, wollte ich die Gelegenheit nutzen, in der "großen Stadt" meine Einkäufe zu tätigen. Ich habs genossen. Mehr Menschen, größere Läden, mehr Auswahl und dazwischen eine Latte Macchiato (schreibt man die so?) im ehemaligen Lieblingslokal.

    Aber dann: Nichts ahnend will ich mir den Einkaufswagen holen, um im Discounter meiner Wahl noch schnell ein paar Kleinigkeiten zu holen und dann trifft es mich wie ein Schlag: Die beschissenen Kassenzettel in den Einkaufswägen von diesen beschissenen Asis,die immer alles liegen lassen, wo sie gerade gehen und stehen. Im Dorf ärgere ich mich ja schon immer darüber aber in der Stadt heute gab es keinen einzigen Wagen ohne Müll darin.

    Machen diese Leute das mit anderen Dingen auch so? Pinkeln sie etwa auch überall hin, lassen ihren Müll überall liegen oder werfen ihre Wäsche weg?

    Ich hab mich sowas von aufgeregt.

    Kassenzettel!!!!

    Meine kommen in die Einkaufstüte und werden ab und an mal mit dem Haushaltsprogramm verglichen oder wandern daheim eben in den Müll aber ich lasse sie nicht im Wagen liegen.

    Es mag für den normalen Menschen vielleicht befremdlich sein, dass ich mich über Kassenzettel in Einkaufswagen aufrege aber ICH finde, dass das mal dringend gesagt werden musste.
    Jawoll!

  • Fellexplosion und Herbstzauber

    War es im letzten oder im vorletzten Jahr, dass es im Oktober so schneite, dass meine Kiefer im Garten in die Knie ging? Wann auch immer es war, es war Winter. Im Grunde war ich nicht böse, dass der letzte Winter so milde war; im Gegenteil: Die Heizkosten fielen günstig aus, das Holz hielt lange und meine Bereitschaft zur Dauererkältung hielt sich ebenfalls in Grenzen. Die großen grellen Arschflitzer allerdings, welche ich im November gekauft hatte, mussten den Winter auf dem Dachboden der Garage wohnen bleiben und sahen kein einziges Mal Tageslicht.
    Was mache ich nur, wenn das in diesem Jahr auch der Fall sein sollte? Was mache ich, wenn dieses Mal wieder kein Schneemann in unserem Garten steht, was, wenn wir wieder nicht rodeln können?
    Gut, die Österreicher und die Schweizer sind nicht weit....aber es wäre doch schön, wieder hier vor der Haustüre mit dem Schlitten losziehen zu können und nach zwei Stunden verfroren, durchnässt und mit roten Wangen nach Hause zu kommen, sich vor den Kamin zu knallen und heiße Schokolade zu trinken.

    Fakt ist, dass beide Katzen binnen weniger Tage ihr Fell vervierfacht haben. So, wie Frieder aussieht, liegt morgen ein Meter Schnee. Möhre sieht aus wie ein vergessener Flokati aus den Siebzigern und riecht leider auch so, wenn er draußen aus der feuchten Witterung nach Hause kommt.

    Dennoch kann ich mich des Zaubers nicht erwehren. Es birgt eine Gemütlichkeit diese Zeit. Draußen ist es eklig; keiner will raus, nicht mal der Hund. Hier drinnen riecht es nach den Apfelringen, die wir über dem Ofen aufhängen; es ist warm, behaglich, Kerzen brennen, leise Musik läuft und- obwohl ich noch immer nicht reden kann- fühle ich mich wohl.

    Meine Burg steht so felsenfest um mich gebaut, dass ich mich mittlerweile wieder über die Zinnen beugen kann, das Land begutachten kann, welches mich umgibt, um mich- bei drohender Gefahr- wieder komplett zurückziehen zu können. Auch den Burggraben habe ich überquert, auf mancherorts wackeigen Beinen und habe Menschen kennen gelernt, die mein Leben bereichern; auf vielfältige Weise. Dann und wann durfte ich mich selbst daran erinnern, dass ich selbst ein Brücken- und Burgenbauer bin, der Architekt meines Lebens, meiner Gedanken und Gefühle....und diese Erkenntnis ist eine wunderbare.
    Tja, da sitze ich dann am Abend vor dem warmen Ofen, habe den Apfelringduft in der Nase, weiß um die schlafenden Kinder in ihren kuscheligen Betten, genieße die Umarmung eines liebevollen und aufmerksamen Mannes und weiß, dass ich selbst großen Anteil an dieser Idylle trage.

    Cool.

  • Klappe halten

    Jetzt ist es also amtlich und vom Doc bestätigt: Eine Woche Klappe halten. Dass der Spott der männlichen Wesen um mich herum nicht ausbleibt, war vorauszusehen. Einzig der eigene Mann bemüht sich, den Dolmetscher zwischen mir und der Welt außerhalb meiner Stille zu spielen. Ich muss gestehen, dass es ihm noch nicht so gut gelingt und so muss ich nach wie vor den Mäusen Rede und Antwort stehen und sei es bei Kleinigkeiten wie: Nein, du radierst diese Buchstaben nochmal weg. Und JA, wir machen das alles neu.... Der normale Alltagswahnsinn.

    Nachher werde ich noch an den dann nächtlich ruhenden Ort meines Broterwerbs gehen, um dort den Kollegen wenigstens Hilfestellungen zu basteln, die für mich einspringen. Ich bin ja nicht bettlägerig. Ich bin nur stumm.#

    Tja und am Abend werde ich mich mit vielen Kissen, Wärmflaschen und Halstüchern vor den Ofen legen, in dem schon seit einer Stunde ein Feuerchen lodert, mir das neue Album von pink anhören, die jetzt gar nicht mehr so heißt, dafür aber wunderschön klingt, mich von den mittlerweile wieder völlig verplüschten Katzen umschmusen lassen und mich mehr oder weniger freudig darauf einstellen, dass der Winter nun einkehrt.

    Der Mann hat heute den letzten Rest des Heckenschnitts beiseite gefegt und weggefahren, das ganze Laub sammelt sich auch auf einem großen Haufen und mit den paar Äpfeln, die da noch liegen, werden sich all die kleinen Igelchen ein kleines Erntedankfest gönnen können.

    Die ersten Lebkuchen sind schon verspeist. Jepp und entgegen der allgemeinen Meinung finde ich, dass nur die Lebkuchen im September oder Oktober richtig gut schmecken, weil sie den Gaumen wieder wachkitzeln und darauf einstellen, welche Aromen in den kommenden Wochen auf ihn warten. Gerade das Sommerkind in mir gibt sich versöhnlich, wenn nebst Kälte und Dunkelheit eben diese Gemütlichkeiten mit den entsprechenden Gewürzen aufwarten. Da darf der Sommer dann gehen. Es ist dann gut.

    Für mich heute auch.
    Morgen wartet wieder....

    ...ein Tag des Schweigens.

    In diesem Sinne:

    xxxxx

  • Wenn die Stille zum Zwang wird

    Seit acht Tagen bin ich stumm. Und wenn ich es nicht bin, dann hör ich mich an, als ob ich für einen Sychronwettbewerb für Bonnie Tylor trainiere. Salbei-Tee, die einschlägigen Moos-Pastillen aus der Apotheke, Halswickel und Klappehalten....all das hat sich bislang nicht wirklich bewährt.

    Übermorgen geht die Arbeit wieder los. Und dann? Alle sagen, ich soll einfach so lange still sein, bis es wieder geht. Wie bitte soll das denn funktionieren? 25 Halbwüchsige mit Gebärdensprache bändigen? Naja...man verzeihe mir gewisse Bedenken.
    Dann kommt der Mann heute nach Hause und bringt mir Horrrstorys von Knoten auf den Stimmbändern, die man abschleifen musste. Gütiger....

    Fakt ist, dass ich mir mit Mann und kIndern heute noch einen ganz entspannten Herbstsonntag mache. MEINE Halblinge reagieren nämlich bereits auf Gebärden, wenn auch nur halbherzig.
    Ich freue mich dennoch drauf. Morgen gehe ich nochmal zum DOC und frage den, was ich machen soll.

    Ich sehe mich ja schon da sitzen und Schilder basteln, die ich im Job hochhalten muss....

    Auweia.

  • Lebenszeichen und Herbstgedanken

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    Nicht, dass irgendwer auf die Idee käme, ich würde nur schreiben, wenn ich krank bin. Jedoch liegt der Verdacht derzeit recht nahe. Die Kinder haben den einen oder anderen Virus mit nach Hause gebracht, der von den Großmüttern zuerst angebrütet und dann in vollem, ausgereiftem Zustand an den Mann und mich weiter gegeben wurde.
    Das Immunsystem des Mannes ist wesenltich besser als meines, was unfair ist, denn seit dem Spätsommer schlucke ich Zink mit allen möglichen Vitaminen, fahre weiterhin Fahrrad und das sogar ohne Mütze und Handschuhe (was ich vielleicht besser unterlassen hätte....), um mich abzuhärten.
    Egal, während der Mann vorgestern schon fleißig der Hecke die Winterfrisur verpassen durfte, hatte ich noch Hausarrest. Den allerdings konnte ich nutzen. Feststellung: Wenn die Zwerge sich bei den Tanten befinden, muss ich nicht einmal jeden Tag staubsaugen. Es liegt folglich werder am Mann (den ich schon viel zu oft in Verdacht hatte), noch an den Tieren. Es liegt also tatsächlich an den Zwergen. Drei Tage Sauberkeit sind aber genug. Ich sitze hier und warte darauf, dass das mir wohl vertraute Geräusch des Motors im Hof erklingt und ich meine Mannschaft wohlbehalten in die Arme schließen kann.
    Ich werde eine ausgezeichnete Zuhörerin sein, denn immerhin kriege ich noch nicht den klitzekleinsten Ton raus. Ein Pfeifen allemal. Natürlich bleiben die Witze nicht aus und das freundschaftliche Schulterklopfen für den Mann, der ja endlich seine Ruhe hat....hahaha.

    Wie kriege ich nun einen Rückblick hin, der alles umfasst, was mir auf der Seele liegt?

    Vermutlich mit einem Beispiel:

    Wenn ich vor einem Jahr noch vom Lottogewinn träumte, dann fielen mir so viele Sachen ein: Ein neues, großes Haus, eine vollbeschäftigte Haushaltshilfe, eine M-Klasse, ein VW-Bus, mehr Tiere.....

    Heute komme ich ins Grübeln:

    Würde ich unser kleines Häuschen, in dem so viel Liebe steckt und wohnt, eintauschen? Den Garten, der so viel Unkraut birgt und doch so viel Charakter, Lebendigkeit und Liebenswürdigkeit? Würde ich all die Arbeiten hier von einer fremden Person erledigen lassen?

    Natürlich sind Wünsche offen, vor allem dann, wenn ich mir im viel zu kleinen Badezimmer wieder einmal den Kopf an der dämlichen Dachgaube anstoße....aber tauschen?
    Zu den Kindern sagen wir immer, dass in diesem Haus die Liebe wohnt und das tut sie in der Tat. Weil WIR darin wohnen. Hier wird gestritten, was das Zeug hält aber eben auch gelacht und geliebt und gelebt. Wenn wir im Garten gearbeitet haben, machen wir am Abend noch immer ein Feuer und setzen uns eingekuschelt hin, essen Stockbrot oder Bratäpfel, erzählen uns Geschichten. Wir ernten unsere Äpfel, machen Saft und Kuchen daraus, backen gemeinsam Brot und kochen den Kürbis ein. Wir bringen den Kindern bei, mit den Jahreszeiten zu leben und sind auch dabei, wesentlich bewusster als früher zu leben.
    Seit die Mäuse die Schule besuchen, haben wir andere Tagesrhythmen und diese tun gut. Sie verbinden uns noch mehr, erden noch mehr.
    Wir sind geerdet.

    ICH bin geerdet. Was nun wirklich Jahre dauerte, hat hier sein gutes Ende genommen.

    Noch vor zwei Jahren habe ich so sehr in der Vergangenheit gelebt, dass ich das Glück, weches direkt vor meiner Nase lag, nicht wahrnehmen konnte. Heute kann ich es.

    Und darum stehen jetzt gerade auf dem Tisch frischer Napfkuchen und Schokoladenmuffins (einer sicherlich so kalorienreich wie das Bruttosozialprodukt von Mexico), gleich werde ich Tee und heiße Schokolade machen und dann wie ein Tiger vor dem Fenster auf und ab gehen, in freudiger Erwartung, das Epizentrum meines Glücks und meiner Zufriedenheit in die Arme schließen zu können.

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